Sprachentwicklung kompetent begleiten

DazNet: Netzwerk für Deutsch als Zweit- und Bildungssprache, Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Kompetenz in Niedersachsen

Die Grundschule Bloherfelde wurde im Schuljahr 2011/12 als Netzwerkschule ausgewählt am Projekt DaZ-Net teilzunehmen, da der Anteil der Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund bei nahezu 50% liegt. Diese Schüler und Schülerinnen sind auf eine sprachförderliche Gestaltung von Unterricht angewiesen.

Diese kann nicht nur dem Fach Deutsch oder ergänzenden und speziellen Förderangeboten zugewiesen werden, sondern auch Lehrkräfte anderer Unterrichtsfächer tragen hierfür Verantwortung. D.h. Sprachförderung und Sprachbildung werden als Aufgabe jedes Unterrichtsfaches und jeder Lehrkraft gesehen. Additiver DAZ-Unterricht sollte nur dann stattfinden, wenn Kinder über keinerlei Sprachkenntnisse verfügen.

Wirksame und sprachliche Bildung und Sprachförderung gelingen gut, wenn sie im Schulprogramm verankert sind und als gemeinsame pädagogische Aufgabe aller Lehrkräfte gesehen werden.

In einem sprachförderlichen Unterricht

  • steht das Kind mit seiner Lern- und Leistungsentwicklung im Mittelpunkt und daran wird pädagogisch angeknüpft,
  • wird Unterricht und Lernen individualisiert,
  • werden Bildungsübergänge gezielt so gestaltet, dass die Kinder entsprechend ihrer Lernvoraussetzungen gefördert werden (Bsp. Kindergarten-Schule/ GS – weiterführende Schule)

Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Kompetenz

Neben der konzeptionellen Erarbeitung eines sprachförderlichen Unterrichts, liegen weitere Schwerpunkte des DaZ-Net Projektes auf der Elternarbeit und dem Schulleben.

Daz-Net Schulen

  • öffnen sich interkulturell,
  • sehen individuelle Mehrsprachigkeit als Potential,
  • entwickeln Erziehungs- und Bildungspartnerschaften kultursensibel.

Beispiele:

  • Begrüßung der Eltern in verschiedenen Sprachen
  • Elternbriefe in verschiedenen Sprachen
  • Sprachangebote für Eltern, deren Muttersprache kurdisch oder arabisch ist.
  • Zulassen, dass sich Kinder in ihrer Muttersprache unterhalten.

„ Nur wer seine Muttersprache beherrscht, kann auch sicher eine Zweitsprache lernen.“

  • Anschaffung von zweisprachigen Bilderbüchern, die von Eltern mit Migrationshintergrund oder älteren Schülerinnen vorgelesen werden (Rucksack-Projekt)
  • Erziehungsverträge (mehrsprachig)
  • Fragebögen zur Elternhilfe (mehrsprachig)
  • Einladungen der Eltern zu Hospitationen im Unterricht

Schulinterne Lehrerfortbildung zum Thema:
Sprachsensibler Unterricht

Im zweiten Schulhalbjahr 2011/12  nahm das Kollegium an einer zweitägigen schulinternen Lehrerfortbildung zum Thema „Sprachsensibler Unterricht“ teil.

Schwerpunkte der Fortbildung waren

  • Interkulturelle Sensibilisierung
  • Abgrenzung der Begriffe: Alltagssprache,  Bildungssprache, Fachsprache
  • Sensibilisierung für Sprachbildung im Fachunterricht
  • Planung von Unterrichtseinheiten unter besonderer Berücksichtigung sprachsensiblen Unterrichts

 

Begleitet wurde das Kollegium von Bettina Braunseis und Behice Sengül, beide DAZNet Moderatorinnen des Standorts Oldenburg.

Welche Ziele sollen während des Schuljahres 2012/13 an unserer Schule im Rahmen von DAZNet realisiert werden?

  1. Erstellung eines Handout mit sämtlichen Kooperationspartnern (Netzwerkschulen, Stadtteilarbeit, Übersetzer im Stadtteil, Jugendamt, Ärzten etc.)
  2. Die Jahrgänge erarbeiten  sprachförderndes Unterrichtsmaterial (Wortmaterial, Arbeitsblätter, Arbeitspläne etc.)  zu den verschiedenen Unterrichtsthemen. Dies wird in den Jahrgängen in Themenkisten gesammelt und für alle KollegInnen zur Verfügung gestellt.
  3. Einrichten eines „Intranets“ zum Austausch von Arbeitsmaterialien im Kollegium
  4. Erstellen eines Interkulturellen Kalenders:
    • Mehrsprachigkeit sichtbar machen
    • Feste der anderen Kulturen thematisieren
    • mehrsprachige Wegweiser/ Elternflyer
  5. Elternabfrage über Einsatzmöglichkeiten und Ressourcen der Eltern zur Mitarbeit an unserer Schule. Wer kann uns unterstützen
    • als Begleitperson, z.B. bei Ausflügen, Sportfest, Schwimmunterricht
    • bei der Leseförderung als Lesemutter/-vater oder Leseoma/-opa
    • als Übersetzer für die Sprache ______________________
    • bei der Gartenarbeit
    • bei der Bibliotheksarbeit/ Bücherausleihe am Dienstag und Donnerstag (1. Pause)
    • bei der Vorbereitung und Durchführung von Schulveranstaltungen, z.B. Weihnachtsmarkt, Kennenlernfest, Einschulungsfeier
  6. Themenzentrierte Fachkonferenzen mit dem Schwerpunkt „Sprachbildung im Fachunterricht“ werden im Terminplan eingeplant.
  7. Die DAZ-/ und Förderstunden werden möglichst integrativ, d.h. durch Doppelsteckungen im Unterricht erteilt.