Oktober 2012

Präambel

Das pädagogische Ziel der Betreuung an der Grundschule Bloherfelde ist, die Kinder zum eigenständigen, sinnvollen Spielen zu ermutigen.

Die Betreuung soll geprägt sein:

  • durch den Beziehungsaufbau zwischen Betreuungskräften/Kindern und Kindern/Kindern 
  • durch die Anleitung zur sinnvollen Freizeitgestaltung 
  • durch eine gegenseitige Unterstützung und einen offenen Austausch aller Beteiligten

1. Bedingungen 

Seit die Grundschule Bloherfelde im Jahr 2001 verlässliche Grundschule wurde, findet an jedem Schultag für die Kinder des Eingangsstufenbereiches in der Zeit von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr eine Betreuung statt. Dieses Angebot wird seither von vielen Familien in Anspruch genommen und erfreut sich großer Beliebtheit. 

1.1 Vorgegebene Bedingungen 

Die Betreuung richtet sich nach den rechtlichen Vorgaben des niedersächsischen Kultusministeriums.( vgl.: Niedersächsisches Kultusministerium: „Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Grundschulen“, Aug. 2006)

Angeleitet werden die Betreuungsgruppen von pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nach dem Erlass des MK vom 3.2.2004 für unterrichtsergänzende Angebote eingesetzt werden können. 

Die an der GS Bloherfelde angestellten pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind ausschließlich Personen mit pädagogischer Ausbildung oder umfänglicher Erfahrung in der Arbeit mit Kindern.

1.2 Besondere Bedingungen 

Die GS Bloherfelde weist einen hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern auf, die aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen stammen. Dies muss bei der Arbeit in den Betreuungsgruppen berücksichtigt werden, da sich hierdurch eine hohe kulturelle und religiöse Spannbreite ergibt. 

Im Alltag folgen daraus sowohl Bereicherungen und Anregungen (Spiele, Feste, Bräuche, spielerischer Umgang mit Sprache…) als auch Schwierigkeiten (Sprachschwierigkeiten, Verletzung religiöser Gefühle, unterschiedliche Ernährung…) des Miteinanders.

Ersichtlich wird in den vergangenen Jahren auch die Zunahme von Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern. Probleme, die daraus resultieren, müssen beachtet werden.

2. Organisation

2.1 Anmeldung 

An der Betreuung nehmen nur Kinder teil, für die fristgerecht eine schriftliche Anmeldung abgegeben wurde. Die dazu benötigten Formulare werden rechtzeitig von der Klassenleitung an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Für jedes Schulhalbjahr muss eine neue Anmeldung erfolgen. 

Eine Anmeldung während des laufenden Schulhalbjahres ist nur in Ausnahmefällen möglich und muss zuvor mit der jeweiligen Betreuungskraft bzw. mit der Schulleitung abgesprochen werden.

Eine Abmeldung während des laufenden Schulhalbjahres muss schriftlich erfolgen. Der Wunsch nach Teilnahme der Schulanfänger an der Betreuung wird bei der Schulanmeldung abgefragt.

2.2 Verbindlichkeit

Wird ein Kind zur Betreuung angemeldet, so ist die Teilnahme verbindlich. Ist das Erscheinen eines Kindes aus zwingenden Gründen einmal nicht möglich, muss die Betreuungskraft rechtzeitig informiert werden. (z.B. bei geplanten Arztbesuchen etc.)

2.3 Zusammensetzung der Gruppen 

Zurzeit bestehen acht Betreuungsgruppen in der Eingangsstufe. Es wird angestrebt, möglichst alle Kinder einer Klasse einer Betreuungsgruppe zuzuordnen, die Gruppengröße sollte eine Anzahl von 20 Kindern nicht übersteigen. (vgl.: Nieder-sächsisches Kultusministerium: „Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Grundschulen“, Aug. 2006, Seite 6) 

Jeder Betreuungsgruppe wird eine feste Betreuungskraft zugeordnet, ein Wechsel der Bezugspersonen soll so gering wie möglich gehalten werden.

2.4 Regeln 

Während der Betreuungszeit gelten die gleichen Regeln wie während der Unterrichtszeit. Als Grundlage dient die Schulordnung, die von jedem Schüler und jeder Schülerin eingehalten werden muss. 

Ein ruhiger, fester Verlauf der Stunde ist notwendig, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Regeln des Miteinanders zu akzeptieren. 

Auch während der Betreuungszeit kommt das System der gelben und roten Karten zur Anwendung. Bekommt ein Kind während der Betreuung eine gelbe Karte, so sollen die Eltern darüber informiert werden. Bei einer roten Karte (= drei gelbe Karten oder schwerwiegender Verstoß) findet ein Elterngespräch statt, in dessen Verlauf geeignete Maßnahmen überlegt werden.

2.5 Räumlichkeiten/Material/Finanzen 

Es gibt feste Gruppenräume, in denen sich die Kinder immer zu Beginn der Betreuung treffen.

Nach der Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit kann sich jedes Kind nun für eines der vielfältigen Beschäftigungsangebote entscheiden. 

Hierbei kann nicht nur der Gruppenraum, sondern auch das gesamte Schulhof-gelände incl. des Mini-Fußballfeldes genutzt werden.

Außerdem stehen für besondere Projekte ebenfalls alle Fachräume zur Verfügung (z.B. Schulküche, Werkraum, Bibliothek…), weiterhin können der Schulgarten und die Streuobstwiese genutzt werden. 

Die Materialien, die für die Betreuungszeit benötigt werden (Bastelutensilien, Spiele, Bücher …) werden von den Betreuungskräften eingekauft und verwaltet. Hierbei ist jede Kraft für ihre Gruppe verantwortlich. 

Ein Teil der hierfür benötigten Gelder wird von der Stadt Oldenburg zur Verfügung gestellt. Um diesen Etat aufzustocken, werden in jedem Halbjahr pro Kind mit der Anmeldung 5,-€ Materialgeld eingesammelt.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Förderverein der Schule den Betreuungs-gruppen regelmäßig einen Geldbetrag zur Verfügung stellt.

3. Inhaltliches 

3.1 Ablauf

Die Betreuung findet grundsätzlich losgelöst von der fachinhaltlichen Arbeit im Unterricht statt. Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe werden nicht erteilt.

Um 12.00 Uhr treffen sich die Betreuungskräfte mit den Kindern. Die Anwesenheit der Kinder wird überprüft, um dann den weiteren Verlauf der Stunde bis 13.00 Uhr zu gestalten. 

Etliche Kinder möchten den großzügig geschnittenen Schulhof nutzen, um z.B. im Sand zu buddeln, an den Gerüsten zu klettern, auf den Sportflächen zu spielen und zu toben. Möchten die Kinder nach draußen, melden sie sich bei ihrer Betreuerin bzw. ihrem Betreuer ab. 

Das Team teilt sich die Aufsicht auf dem Schulhof. Die Aktivitäten der Kinder auf dem Spiel- und Sportplatz werden immer von zwei Betreuungskräften beaufsichtigt. Aus den Gruppenräumen können Spielgeräte ausgeliehen werden. Neben diversen Kletter-und Spielgeräten stehen den Kindern ein Bolzplatz und ein Mini-Fußballfeld zur Verfügung, die unter Aufsicht der Betreuungskraft genutzt werden können.

Unterdessen kann in den Betreuungsräumen gemalt, gebastelt, oder ganz einfach geredet werden. Es können Bücher angeschaut oder Spiele gespielt werden. Ein abwechslungsreiches Angebot von Spielmaterialien und eine Vielzahl von kreativen Anregungen ermöglichen jedem Kind, sich seinen Wünschen entsprechend, unter direkter oder indirekter Anleitung des Teams, zu beschäftigen. Es bilden sich fast immer Interessengruppen, je nach Bedarf und Vorliebe der Kinder. Das Team betreut sie dabei mit Aufsicht, Hilfestellung oder Anleitung.

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Spiel-, Beschäftigungs- und Arbeits-material wird eingeübt.

Einige Kinder erhalten parallel zur Betreuungszeit eine individuelle Förderung. 

(DaZ-Unterricht, Sprachförderung, Herkunftssprachlicher Unterricht, Sportförderung, AGs). Die Betreuer erinnern an diese Termine und achten auf die regelmäßige Teilnahme.

3.2 Rhythmisierung des Schuljahres 

In der Betreuungszeit soll die thematische Rhythmisierung des Schuljahres angestrebt werden. Dies umfasst z.B. Bastelarbeiten, deren Themen sich am Jahreszeitenverlauf, an Festen und auch an Ereignissen innerhalb des Schullebens orientieren.

3.3 Gruppenübergreifende Angebote 

Die Betreuungsgruppen setzen sich hauptsächlich aus den Kindern einer Klasse zusammen.

Selbstverständlich können Kinder in andere Gruppen „hinein schnuppern“ und an deren Angeboten teilnehmen. 

Die bisher hierdurch entstandene gemeinsame Aktivität der Kinder der Eingangs-stufe hat sich als förderlich für die Entwicklung sozialer Kompetenzen herausgestellt.

3.4 Zusammenarbeit 

Jede Betreuungskraft gestaltet ihre Arbeit mit den Kindern eigenverantwortlich im Rahmen des Schulkonzeptes. Alle Pädagogischen MitarbeiterInnen bilden ein Team und verabreden Termine, um sich auszutauschen. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern notwendig, sowie die Teilnahme an Dienstbesprechungen, Konferenzen und Arbeitstreffen. Da einige Kinder den Hort oder die Hausaufgaben-hilfe besuchen, kann auch mit diesen Fachkräften ein Austausch stattfinden.

Es bieten sich also hinreichend Möglichkeiten, das einzelne Kind umfassend und nachhaltig in seiner Entwicklung zu begleiten.